Am 14. Oktober 2025 endet Microsofts Support für Windows 10. Für Unternehmen bedeutet dies nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern auch erhebliche Probleme mit ihrer Cyberversicherung.
Die Ausgangslage
Windows 10 läuft noch auf 60-70% aller Business-PCs. Ohne Support erhalten diese Systeme keine Sicherheitsupdates mehr – ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle.
Vorvertragliche Obliegenheiten: Was Unternehmen beachten müssen
Bei Cyberversicherungen sind Unternehmen verpflichtet:
- Vollständige Risikoaufklärung: Wahrheitsgemäße Angaben über die IT-Infrastruktur
- Transparenz über Sicherheitsstatus: Information über veraltete Systeme und Schwachstellen
- Dokumentation der Sicherheitsmaßnahmen: Nachweis implementierter Schutzkonzepte
Verstoß gegen diese Pflichten kann bedeuten:
- Anfechtung des Versicherungsvertrags
- Leistungsverweigerung im Schadenfall
- Nachträglich höhere Prämien
Konkrete Auswirkungen auf den Versicherungsschutz
Höhere Kosten:
- Prämienaufschläge von 20-50%
- Erhöhte Selbstbeteiligungen
- Ausschluss bestimmter Schadensarten
Verschärfte Bedingungen:
- Verpflichtung zu regelmäßigen Updates
- Expliziter Ausschluss von End-of-Life-Systemen
- Beweislastumkehr bei Schäden
Vier Handlungsoptionen für Unternehmen
1 Migration zu Windows 11
Vorteile: Vollständiger Support, optimaler Versicherungsschutz
Nachteile: Hohe Kosten (500-1500 € pro Arbeitsplatz), Umstellungsaufwand
2 Extended Security Updates (ESU)
Kosten: Jahr 1: ca. 60 €, Jahr 2: ca. 120 € pro Gerät, 3. Jahr ca. 240 €
Vorteile: Sicherheitsupdates für 3 Jahre, Zeitgewinn
Nachteile: Steigende Kosten, nur Übergangslösung
3 Alternative Betriebssysteme (Linux)
Vorteile: Geringere Kosten, hohe Sicherheit
Nachteile: Schulungsaufwand, Kompatibilitätsprobleme
4 Kompensatorische Sicherheitsmaßnahmen
- Network Segmentatiom
- 24/7 Monitoring und EDR-Lösungen
- Zero Trust Architecture
- Application Whitelisting
- Regelmäßige Penetrationstests
Sofortmaßnahmen für Unternehmen
- Bestandsaufnahme aller Windows 10-Systeme durchführen
- Migrationsplan mit Zeitplan und Budget entwickeln
- Versicherer proaktiv informieren über aktuelle Situation
- Vertragsverhandlungen zu End-of-Life-Regelungen führen
- Zwischenlösungen dokumentieren und implementieren
Fazit
Das Windows 10 Support-Ende ist ein kritischer Wendepunkt für Unternehmen. Wer jetzt nicht handelt, riskiert sowohl erhöhte Cyberangriffe als auch den Verlust des Versicherungsschutzes. Die Migration zu Windows 11 ist langfristig die beste Lösung, aber auch Übergangslösungen können kurzfristig helfen.
Wichtig: Transparente Kommunikation mit dem Cyberversicherer ist entscheidend. Nur wer proaktiv handelt und seine Risiken offenlegt, kann seinen Versicherungsschutz aufrechterhalten.
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