Haus mit Photovoltaikanlage, Besitzer davor, die mit einem Berater über die Versicherung sprechen

PV-Anlage: Gebäudeversicherung oder Extra-Police?

 „Wird schon mitversichert sein…“

In der Praxis zeigt sich leider, dass PV-Anlagen entweder gar nicht gemeldet, nur teilweise mitversichert oder ohne wichtigen Schutz wie Ertragsausfall oder Diebstahl laufen. Gleichzeitig sprechen wir über Investitionen die über Jahre Wind, Wetter und technischen Risiken ausgesetzt sind. Damit sich diese Investitionen rentieren ist eine dauerhafte reibungslose Funktion notwendig. 

Besteht eine Absicherung und passt diese zu Risiko, Nutzung und Technik der konkreten Anlage? 

Heute erhalten Sie einen praxisnahen Überblick, welche Risiken bei Dach-PV wirklich relevant sind, welche Versicherungsbausteine zusammenspielen – und wo typische Fehler passieren, die Sie vermeiden können. 

Warum eine Dach-PV ein eigenes Risikoprofil hat

PV-Anlagen auf dem Dach kombinieren hohe Investitionskosten mit einer exponierten Lage und einer geplanten Laufzeit von 20 Jahren und mehr. Die Module, die Unterkonstruktion, der Wechselrichter, Leitungen und ggf. Speicher sind permanent der Witterung ausgesetzt und technisch anspruchsvoll. 

 Typische Schadenursachen sind in der Praxis unter anderem: 

  • Sturm, Hagel, Schnee- und Lastschäden (z.B. abgedeckte Module, verbogene Unterkonstruktion) 
  • Blitzschlag und Überspannung mit Schäden an Wechselrichter und Elektronik 
  • Feuer- und Brandschäden, etwa durch technische Defekte oder Leitungsprobleme 
  • Diebstahl kompletter Module oder Beschädigung durch Vandalismus 
  • Tierbiss, vor allem Marderbiss an Kabeln und Leitungen 
  • Technische Defekte, Kurzschluss und Bedienungsfehler an der Anlage 

Kommt es zu einem Schaden, steht die Anlage oft über Wochen still, was neben den Reparaturkosten auch entgangene Einspeiseerlöse und Mehrkosten durch Netzstrombezug bedeutet. Gerade dieser Ertragsausfall ist für die Gesamtwirtschaftlichkeit vieler Projekte entscheidend und sollte bei der Risikobetrachtung nicht fehlen. 

Welche Versicherungen bei PV-Anlagen eine Rolle spielen 

Wohngebäudeversicherung

Viele Versicherer bieten inzwischen die Möglichkeit, fest mit dem Gebäude verbundene PV-Anlagen in die Wohngebäudeversicherung aufzunehmen oder sie sind in neueren Tarifen bereits mitversichert. Aber bei nachträglich installierten Dach-PV-Anlagen klafft hier häufig eine Lücke zwischen dem, was Kunden glauben, und dem, was im Bedingungswerk tatsächlich steht. 

Daher sind folgende Fragen zu prüfen: 

  • Wurde die Anlage dem Versicherer gemeldet und in der Versicherungssumme berücksichtigt? 
  • Welche Gefahren sind genau versichert? 
  • Gibt es Entschädigungsgrenzen? 

Wenn Sie bei der Beantwortung dieser Fragen Unterstützung benötigen können wir gerne Ihren bestehenden Vertrag überprüfen. 

Spezielle PV-/Allgefahrenversicherung

Eine eigenständige Photovoltaik- oder Allgefahrenversicherung fokussiert sich auf die Anlage selbst und bietet in der Regel eine weitergehende Deckung. 

Typischer Leistungsumfang ist beispielsweise: 

Allgefahrendeckung für Module, Unterkonstruktion, Wechselrichter, Verkabelung und oft auch Speicher. 

Schutz bei Sturm, Hagel, Blitz, Feuer, Überspannung, Diebstahl, Vandalismus, Tierbiss und Bedienungsfehlern. Häufig lässt sich zusätzlich eine Ertragsausfallversicherung einschließen, die entgangene Einspeisevergütung oder Mehrkosten durch Fremdstrombezug ersetzt, wenn ein versicherter Sachschaden vorliegt. 

Damit können Lücken aus der Wohngebäudeversicherung geschlossen und die Wirtschaftlichkeit der Anlage besser abgesichert werden.  

Betreiberhaftpflicht

Neben Sachschäden an der Anlage selbst ist die Haftung des Betreibers ein eigener Themenblock. Beispiele sind herabfallende Module bei Sturm, Brandschäden, die auf Nachbargebäude übergreifen, oder Personenschäden durch Teile der Anlage.  

Eine Betreiberhaftpflichtversicherung übernimmt solche Personen- und Sachschäden gegenüber Dritten und prüft gleichzeitig, ob Ansprüche berechtigt sind. 

Typische Fehler in der Praxis 

  • PV-Anlage wird nicht aktiv gemeldet 
  • Verlass auf pauschale Aussagen zur Mitversicherung 
  • Ertragsausfall bleibt unberücksichtigt 
  • Erweiterungen werden nicht nachgemeldet (Speicher, Module, Wallbox…) 
  • Haftpflichtrisiko wird unterschätzt 

Haben Sie noch offene Fragen? Wenden Sie sich gerne an uns. 

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