Entwicklung der Aktienmärkte im ersten Quartal 2025
Nach dem erfolgreichen Börsenjahr 2024 erfolgte der Start ins neue Jahr für Aktien und Gold zunächst vielversprechend. Dies änderte sich für die Aktienmärkte ab März deutlich und die von uns bereits im Februar-Newsletter angesprochene Entkopplung der europäischen von den amerikanischen Aktienmärkten setzte sich fort.
Europäische Aktien (STOXX Europe 600) erreichten im ersten Quartal 5,8% Rendite, der deutsche Aktienindex DAX erzielte sogar 11,3 %. Dagegen verbuchte der amerikanische Standard & Poor‘s 500 ein Minus von 4,4 %. Der Weltaktienindex (MSCI World Index) verlor sogar 5,9 %. Schwellenländer-Aktien (MSCI Emerging Markets) schlossen das Quartal nahezu unverändert mit -1,3 %.
Entwicklung weiterer Anlageklassen
Weltweite Anleihen (Bloomberg Global Aggregate TR Index hedged) erreichten in Q1 eine Rendite von 0,8%, deutsche Papiere (REX Performance Index) 0,1 %.
Starken Auftrieb verzeichnete abermals der Goldpreis mit fulminanten 19 % (auf USDollar-Basis), was in einem historischen Höchststand von 3.123 $ pro Feinunze zum Ende des ersten Quartals 2025 gipfelte.
Der US-Dollar verlor deutliche 4,3% gegenüber dem Euro, was für europäische Anleger die Verluste mit amerikanischen Aktien noch vergrößerte.
Politische Ereignisse und Marktturbulenzen ab April 2025
Die Unruhe insbesondere am amerikanischen Aktienmarkt verstärkte sich insbesondere ab dem 2. April 2025 deutlich. In den USA wurde der 2. April 2025 von Donald Trump als „Liberation Day“ bezeichnet, um die Ankündigung umfangreicher Zölle zu kennzeichnen, die er als „wirtschaftliche Unabhängigkeit“ der USA darstellte. Die damit einhergehende Gefahr eines umfangreichen Zoll-Krieges und einer starken Belastung der Weltkonjunktur zwangen die amerikanischen Aktienmärkte, wie auch die weltweiten Aktienmärkte deutlich in die Knie. So verlor sowohl der amerikanische Standard & Poor‘s 500 als auch der deutsche Aktienindex DAX innerhalb von einer Woche über 16 %. Die in Stresssituationen an den Kapitalmärkten als sichere Häfen geltenden amerikanischen Staatsanleihen sowie der US-Dollar stiegen in dieser Situation nicht wie üblich, sondern verloren ebenfalls deutlich an Wert, was den durch Trump ausgelösten Vertrauensverlust in die USA klar unterstreicht.
Zwischenfazit und aktuelle Marktentwicklung
Seit den Tiefs verzeichnen die Märkte eine Erholung, die bis heute in etwa die Kursstände vom 2. April wieder erreicht hat. Auslöser für die Erholungsreaktion ist sicher, dass Donald Trump durch Verschiebung oder Ausnahmen von Zöllen den Eindruck erweckt, aufgrund der deutlichen Marktverwerfungen „zurückzurudern“. Ob der Crash an den Märkten bereits beendet ist, oder es sich nur um eine Zwischenerholung handelt, wird sich zeigen. Kurzfristig ist die Marktsituation von großer Unsicherheit geprägt. Jede Aussage des US-Präsidenten kann den Markt in die Höhe treiben oder zu einem erneuten Crash führen. Am liebsten würde Trump den den amerikanischen Notenbankpräsidenten Powell entlassen, die Zinsen senken und die am 2. April angekündigten Zölle ohne Verzögerung einführen. Gleichzeitig will Trump aber auch keinen Crash und möchte zu „Deals“ kommen. So bleibt es ein Tauziehen zwischen dem, was Trump eigentlich will und Verzögerung. Welche der beiden Seiten an einem bestimmten Tag die Oberhand hat, wissen wir erst, wenn sich Trump geäußert hat.
Langfristige Auswirkungen und Empfehlungen für die Altersvorsorge
Auch wenn es zu „Deals“ kommt und sich die Zollpolitik entschärfen sollte, sind wir überzeugt, dass die Ankündigungen und Taten des amerikanischen Präsidenten nachhaltigen Schaden angerichtet hat und eine Zäsur für den Welthandel und den Zusammenhalt der westlichen Staatengemeinschaft darstellt. Die Entwicklung amerikanischer Staatsanleihen und der Verfall des US Dollars zeigen den massiven Vertrauensverlust in die vereinigten Staaten überdeutlich.
Für langfristig orientierte Anleger im Rahmen ihrer Altersvorsorge sollten auch diese Entwicklungen jedoch kein Grund sein, nunmehr auf Aktien zu verzichten. Wie bereits im letzten Newsletter empfohlen, sollten sich Anleger jedoch mit der strategischen Aufteilung des eigenen Altersvorsorgeportfolios beschäftigen und die häufig anzutretende US-Lastigkeit ihres Portfolios überdenken. Eine breitere Streuung auch über die europäischen und asiatischen Märkte ist sicher empfehlenswert.
Auch die von uns bereits angesprochene deutliche Unterbewertung von Small Caps, also kleineren Aktienunternehmen gegenüber größeren Titeln hat sich bisher nicht aufgelöst. Small Caps sollten im Aktienportfolio daher sicher nicht fehlen.
Wir stehen Ihnen für Ihre von uns betreute Altersvorsorge jederzeit beratend zur Seite.
Sprechen Sie uns gern an!
Manuel Franz
Dipl.-Kfm.
Geschäftsführender Gesellschafter
Titelbild: lordn/adobe.stock.com
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