Mann am Smartphone mit Fragezeichen

Passwörter – klein, aber entscheidend

Wie sicher sind Ihre Passwörter?

Passwörter sind oft der letzte „Riegel“ vor E-Mail, Onlinebanking, Kundenportalen, Cloud-Diensten oder Social Media. Und genau deshalb lohnt es sich, hier ein kleines System zu haben – eins, das bequem ist und Sie trotzdem gut schützt. Dann muss man das gute und sichere Passwort auch nicht ständig ändern. Sowohl das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie), als auch das amerikanische NIST empfehlen mittlerweile einen Passwortwechsel nur noch durchzuführen, wenn das eigene Passwort geknackt wurde. In der Folge häufiger Passwortänderungen haben die Nutzer nämlich zu einfache Passwörter gewählt, die wiederum sehr leicht zu knacken waren. 

Warum zu einfache Passwörter riskant sind 

„Sommer2026“, „Berlin123“ oder der Name vom Haustier wirken harmlos – sind aber für Angreifer oft leicht zu erraten. Das passiert typischerweise auf drei Wegen: 

  • Automatisiertes Ausprobieren (Brute Force): Programme testen massenhaft Passwortkombinationen – besonders erfolgreich bei kurzen, einfachen Passwörtern. 
  • Datenlecks & Wiederverwendung: Wenn ein Dienst gehackt wird und Sie dasselbe Passwort woanders nutzen, können andere Konten gleich mitfallen. 
  • Erraten durch persönliche Infos: Geburtstage, Namen, Lieblingsverein – vieles lässt sich aus Social Media oder E-Mail-Signaturen ableiten. 

MERKE: Ein „okayes“ Passwort ist besser als ein schlechtes – aber einzigartig pro Dienst ist der wichtigste Hebel. 

So sieht ein starkes Passwort aus (ohne sich das Leben schwer zu machen) 

Am einfachsten sind lange Passphrasen – also mehrere Wörter, die zusammen keinen Sinn ergeben, aber gut zu merken sind: 

 Beispiel-Prinzip: Wolke-Kaffee-Fluss-Kamera-!7 

  • lang (mindestens 12–16 Zeichen, gern mehr) 
  • einzigartig pro Konto 
  • nicht aus persönlichen Daten gebaut 
  • gern mit Zeichenmix (aber Länge schlägt „kompliziert“) 

Wenn Sie viele Konten haben, kommt jetzt der Punkt, an dem ein Merksystem allein unpraktisch wird. 

Passwortmanager: der beste Kompromiss aus Sicherheit und Komfort 

Ein Passwortmanager ist wie ein verschlossener Tresor für Ihre Zugangsdaten: 

  • Er erstellt sehr starke, zufällige Passwörter 
  • speichert sie geordnet 
  • füllt Logins auf Wunsch automatisch aus 
  • und hilft, Doppelpasswörter zu vermeiden 

Wichtig: Dann müssen Sie sich im Idealfall nur noch ein starkes Master-Passwort merken (plus gegebenenfalls zweiter Faktor). 

Worauf Sie bei einem Passwortmanager achten sollten 

  • Seriöser Anbieter und regelmäßige Updates 

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung / „Zero-Knowledge“-Ansatz 
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) für das Konto 
  • Notfallzugang/Recovery-Optionen (damit Sie nicht ausgesperrt sind)

Bitte nicht: Passwörter auf Zetteln oder im Büchlein 

Klingt altmodisch, ist aber immer noch verbreitet – und riskant, weil: 

  • Zettel leicht auffindbar sind (Schreibtisch, Schublade, Handyhülle) 
  • im Büro oder Homeoffice auch Besuch oder Reinigungskräfte Zugriff haben könnten 
  • ein Foto davon (absichtlich oder aus Versehen) schon reicht 

Wenn Sie unbedingt „offline“ bleiben wollen: Dann eher ein sicher verwahrtes, verschlossenes Passwort-Notfallblatt (zum Beispiel im Tresor) – aber nicht die komplette Passwortsammlung für den Alltag. 

Passwort im Browser speichern: bequem – aber nicht immer eine gute Idee 

Browser bieten an, Passwörter zu speichern und automatisch einzutragen. Das ist praktisch, hat aber je nach Situation echte Schattenseiten: 

  • Gemeinsam genutzte Geräte: Auf Familien-PCs oder Arbeitsrechnern können andere Nutzer eventuell an gespeicherte Logins kommen. 
  • Synchronisation über Konten: Viele Browser synchronisieren Passwörter zwischen Geräten. Wenn dieses Konto kompromittiert wird, ist der „Schlüsselbund“ mit betroffen. 
  • Malware-Risiko: Schadsoftware auf dem Gerät kann je nach Angriffsmethode versuchen, gespeicherte Zugangsdaten auszulesen. 
  • Phishing & Autofill-Fallen: Automatisches Ausfüllen kann dazu verleiten, auf nachgemachten Webseiten schneller Daten einzugeben, ohne die Adresse genau zu prüfen. 

Pragmatische Empfehlung: 

  • Für weniger wichtige Logins kann Browser-Speichern in Ordnung sein – wenn das Gerät gut geschützt ist (Passcode, Updates, Geräteverschlüsselung). 

  • Für E-Mail, Banking, Cloud und Kundenportale: lieber Passwortmanager + 2FA. 

Ergänzung: Es gibt auch private Cyberversicherungen – und die können im Ernstfall helfen 

Selbst mit guten Passwörtern kann etwas passieren: Phishing-Mails werden besser, Geräte gehen verloren, oder ein Konto wird trotz Vorsicht übernommen. Genau hier setzen private Cyberversicherungen (oft auch „CyberSchutz“ oder „Internet-Schutzbrief“) an. 

Was solche Tarife – je nach Anbieter – leisten können: 

1) Soforthilfe bei Kontoübernahme und Onlinebetrug 

  • Notfall-Hotline und Unterstützung durch IT-Experten 
  • Hilfe beim Sperren von Konten, Zurücksetzen von Zugängen, Sichern des Geräts 
  • Unterstützung bei der Wiederherstellung (z. B. nach Malware) 

2) Schutz bei Vermögensschäden durch Cybercrime 

  • Erstattung bei betrügerischen Abbuchungen/Überweisungen (sofern versichert und Bedingungen erfüllt) 

  • Kostenübernahme bei Missbrauch von Zahlungsdaten oder Online-Käufen durch Dritte 

  • Teilweise auch Kosten für Karten- und Kontosperrung oder Identitätswiederherstellung 

3) Identitätsmissbrauch und Online-Reputationsschutz 

  • Unterstützung, wenn jemand in Ihrem Namen Verträge abschließt oder Accounts erstellt

  • Hilfe bei der Durchsetzung von Löschungen, Kommunikation mit Plattformen 

  • Je nach Tarif: Rechtsberatung oder Kostenübernahme für Anwalt/Verfahren 

4) Datenrettung und Geräte-/Softwarethemen 

  • Kosten für Datenrettung nach Schadsoftware oder Systemabsturz (wenn versichert) 

  • Unterstützung bei Wiederherstellung und Sicherheits-Check 
  • Teilweise auch Hilfe bei Cybermobbing oder Konflikten im Netz (tarifabhängig) 

Wichtig (Transparenz): Leistungen, Selbstbehalte, Wartezeiten und Ausschlüsse unterscheiden sich stark. Häufig sind z. B. grob fahrlässige Handlungen, bestimmte Betrugsarten oder fehlende Sicherheitsmaßnahmen eingeschränkt. Deshalb lohnt ein kurzer Blick in die Bedingungen – am besten vor dem Schadenfall. 

Praxisbeispiel: 
Ein Konto wird übernommen, der Angreifer bestellt auf Rechnung und versucht, weitere Zugänge zu knacken. Eine gute private Cyberversicherung kann dann dabei helfen, schnell zu reagieren (Hotline/IT-Service), Schäden zu begrenzen und je nach Tarif Kosten rund um Betrug, Rechtsfragen oder Wiederherstellung abzufedern. 

3 schnelle Next Steps, die sofort helfen 

  1. E-Mail-Postfach absichern (wichtigster Account): neues, starkes Passwort + 2FA aktivieren 

  2. Doppelpasswörter entfernen: überall unterschiedliche Passwörter nutzen (Passwortmanager macht’s leicht) 

  3. Cyber-Risiko einschätzen: Welche Konten sind „kritisch“ (E-Mail, Banking, Cloud)? Dort konsequent absichern – und prüfen, ob eine private Cyberversicherung sinnvoll ist. 
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